Markt

Anbauvereinbarung

Ziel der gesamten Kartoffelbranche ist es, die Produktion möglichst genau auf die Nachfrage abzustimmen. Die verbreitete Einführung von Anbauvereinbarungen ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Schriftliches Dokument Voraussetzung für Verwertungsbeiträge

Die Produzenten sind angehalten, sich vom Abnehmer die vereinbarten Mengen schriftlich bestätigen zu lassen. Dies gibt dem Produzenten einerseits Sicherheit und andererseits führt es dazu, dass die Mengenplanung noch genauer gemacht wird als bisher. Damit dies auf breiter Front so umgesetzt wird, ist das Vorliegen einer Anbauvereinbarung oder eines Abnahmevertrages Voraussetzung für den Erhalt von Verwertungsbeiträgen. Erhält ein Produzent von seinem Abnehmer keine schriftliche Mengenbestätigung, steht hier eine Standardvereinbarung zum Herunterladen bereit. Diese muss vollständig ausgefüllt und sowohl vom  Produzenten wie auch vom Abnehmer unterschrieben sein.

 

Selbstdeklaration für Direktvermarkter

Vermarktet ein Produzent seine Kartoffeln im Direktverkauf, sei dies direkt an den Konsumenten oder auch direkt an einen Grossverbraucher (z. B. Gastrobetriebe, Dorfläden,…), kann er dafür meist keine Abnahmevereinbarung vorweisen.
In diesem Fall muss bei der Frischverfütterungskontrolle eine Selbstdeklaration vorgewiesen werden:

Die übrigen Anforderungen an die Frischverfütterung bleiben unverändert:

  • Einsatz von zertifiziertem Pflanzgut für die betreffende Sorte
  • Speiseanteil mind. 50 %
  • Postengrösse mind. 5 t
  • Der Gesuchsteller muss die vollständigen Branchenbeiträge entrichten
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Branchenbeiträge

Das Inkassoreglement wurde an der DV swisspatat von der Branche (Produktion, Handel und Industrie) einstimmig genehmigt. Es regelt die Verantwortlichkeiten und verpflichtet alle Marktpartner, die Kartoffeln pflanzen, handeln oder verarbeiten.

Frischverfütterung

Um Beiträge auf Speiseanteil zu erhalten müssen die Kartoffeln durch einen Qualiservice-Mitarbeiter kontrolliert werden. Die Kartoffeln sind in Anwesenheit des Kontrolleurs mit einem Lebensmittelfarbstoff zu denaturieren.

Für die Kontrolle nehmen Sie direkt mit einem Kontrolleur in Ihrer Nähe Kontakt auf und melden Ihren Posten zur Kontrolle an (siehe nachstehende Liste nach PLZ). Bitte unbedingt Einzahlungsschein sowie Lieferschein oder Rechnung des Z-Pflanzgutes bereithalten.

Für den Erhalt von Beiträgen auf dem Speiseanteil müssen folgende Anforderungen erfüllt sein:

 

  • Der Gesuchsteller muss die vollständigen Branchenbeiträge entrichten.
  • Das eingesetzte Pflanzgut muss zertifiziert sein. Vorlage der Rechnung oder des Lieferscheins ist zwingend.
  • Es muss für die betreffende Sorte zwingend eine vollständig ausgefüllte Anbauvereinbarung vorliegen.
  • Der Posten muss mindestens 5 Tonnen umfassen.
  • Der Speiseanteil muss mindestens 50% betragen.

     

    • Bei Bio-Kartoffeln gibt es keinen Mindestspeiseanteil.

    Die Auszahlung erfolgt ausschliesslich auf dem Speiseanteil.

    • Bei Bio-Kartoffeln erfolgt die Auszahlung auf der Bruttomenge.
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Beitrag Frischverfütterung Ernte 2018

Die Branche hat entschieden, für die Frischverfütterung einen Beitrag von Fr. 15.- pro 100 kg Speiseanteil zu entrichten.

Handelsusanzen

Seit September 2013 sind die revidierten Handelsusanzen (HUS) in Kraft. Der Nachfolger des braunen Ordners beinhaltet nebst den HUS auch für den Praktiker unentbehrliche Arbeitshilfen wie bebilderte Sortenblätter aller Kartoffelsorten der Schweizerischen Sortenliste, sowie Fotomaterial zu diversen Mängeln wie Silberschorf, Colletotrichum und Netzschorf.

Bestellen Sie jetzt den Ringordner der Schweizerischen Handelsusanzen im Onlineshop.

Übernahmebedingungen

Die Übernahmebedingungen wurden im Einvernehmen zwischen VSKP (Produktion), swisscofel (Handel) und SCFA (Industrie) erarbeitet. Bei unvorhersehbaren Marktveränderungen bleiben Anpassungen vorbehalten. Die entsprechende Information erfolgt umgehend über swisspatat.

Importe

Grundsätzlich kann mit der aktuellen Fläche von gut 11'000 ha die Selbstversorgung sichergestellt werden. Gemäss den WTO-Verträgen muss die Schweiz einen minimalen Marktzutritt von 5% des durchschnittlichen Inlandverbrauchs der Referenzjahre 1995 und 1996 gewährleisten.
Das Basis-Importkontingent (minimaler Marktzutritt) beträgt seit dem 1. Januar 2017 23'750 Tonnen und ist wie folgt aufgeteilt:

 

Pflanzgut

4'000 Tonnen

Speisekartoffeln

6'500 Tonnen

Veredlungskartoffeln

9'250 Tonnen

Kartoffel-Halbfabrikate

1'500 Tonnen

Kartoffel-Fertigprodukte

2'500 Tonnen

 

Kartoffeln und Kartoffelprodukte können das ganze Jahr auch ausserhalb des Zoll-Kontingentes importiert werden. Diese Importe unterliegen dem sogenannten AKZA (Ausser-Kontingents-Zollansatz). Deshalb erfolgen die Einfuhren grossmehrheitlich über die Importkontingente.

 

Exporte

Ausser einigen Tonnen Pflanzkartoffeln (Spezialkaliber) exportiert die Schweiz Fertigprodukte und wenig Frischkartoffeln.